Bei der Altersvorsorge spricht man von drei unterschiedlichen Schichten. Was ist damit gemeint?

Im Jahr 2005 ist das Alterseinkünftegesetz in Kraft getreten und gliedert die Altersvorsorge in drei Schichten. Hintergrund des Gesetzes ist ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts im März 2002 gewesen, das die unterschiedliche Besteuerung von Renten und Pensionen für verfassungswidrig erklärt hat. 

Schicht 1 – Basisversorgung . Hierzu gehören die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversorgung, aus den berufsständischen Versorgungswerken, aus den landwirtschaftlichen Altersklassen und aus der kapitalgedeckten Basisrente (Rürup-Rente).

Die gesetzliche Rentenversicherung basiert auf dem sogenannten Generationenvertrag. Das heißt, die jeweils arbeitende Gesellschaft finanziert mit ihren Beiträgen die aktuellen Renten der jeweiligen Rentengeneration. 

Die Rürup-Rente ist kapitalgedeckt finanziert. Die Beiträge werden steuerbegünstigt angespart und verzinst. Sie stellt die höchste Steuersparmöglichkeit im Bereich der Altersvorsorge dar. „Altersvorsorge ist Rente“ ist das Leitmotiv, deshalb werden ausschließlich Verträge gefördert, die eine lebenslange Rente im Alter zusagen. Die Rentenzahlung beginnt nicht vor Vollendung des 62. Lebensjahres. Die Ansprüche aus der Rürup-Rente sind nicht beleihbar und grundsätzlich auch nicht vererbbar. Eine Hinterbliebenenrente für Ehepartner oder Kinder kann jedoch vereinbart werden.

Die Beiträge, die in einen Rürup-Vertrag eingezahlt werden, können als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Die steuerliche Absetzbarkeit steigt bis zum Jahr 2025 jedes Jahr um 2%. 

Ein Beispiel:

Wer Beiträge in Höhe von 12.000 € einzahlt, kann in 2019 88% steuerlich absetzen, das entspricht 10.560 €. In 2020 sind es 10.800 € …und in 2025 dann volle 12.000 €.

Singels können max. 24.305 € einzahlen, Verheiratete/eingetragene Lebenspartner 48.610 €. Es ist egal ob monatlich, viertel- , halb- oder jährlich gezahlt wird. Extrem flexibel, weil der Sparbeitrag der Einkommensentwicklung angepasst werden kann – somit wird die Förderung optimal genutzt.

Im Rentenbezug muss die Rürup-Rente, genauso wie die gesetzliche Rente versteuert werden. Der zur versteuernde Anteil der Rente richtet sich nach dem ersten Jahr des Rentenbezugs und bleibt dann lebenslang gleich. Wer sich 2019 in den Ruhestand verabschiedet, muss die gesetzliche und die Rürup-Rente zu 78% versteuern. Wer ein Jahr später den Ruhestand betritt, versteuert 80 %. Danach steigt der zu versteuernde Anteil bis 2040 jährlich um 1%.

Die Rürup-Rente ist flexibel. Einzahlungen können ausgesetzt oder gestoppt werden. Das ist für Selbstständige mit schwankenden Einnahmen ein großer Vorteil. 

Das angesparte Kapital ist vor dem Zugriff des Sozialamtes geschützt. (Falls die eigenen Eltern plegebedürftig werden sollten und deren Vermögen nicht ausreicht um die Kosten zu decken). 

Durch die Flexibilität und den hohen Steuervorteil ist die Rürup-Rente für viele Einkommensgruppen attraktiv. 

Hier nochmal ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Rürup-Rente nach dem Kapitaldeckungsvermögen konzipiert ist und nicht – wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung – nach dem Umlageverfahren. 

Schicht 2- kapitalgedeckte Zusatzversorgung. Hierzu gehören die Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung (BAV) sowie die staatlich geförderte private Zusatzversorgung (Riester-Rente).

Die nach dem Altersvermögensgesetz (AVmG) geförderten Produkte, auch die sogenannte Riester-Rente in Form eines Versicherungsproduktes, müssen nach dem Altersvorsorge-Zertifizierungsgesetz(AltZertG) gewisse Produktanforderungen erfüllen.

Die Beiträge sind aus verbeitragtem Einkommen zu erbringen. Leistungen aus privaten AVmG-geförderten Vertägen unterliegen in der Regel nicht der Sozialabgabenüfliccht. Im Leistungsbezug werden auf die Renten der Riester-Rente keine Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge erhoben.

Wer erhält die Riester-Förderung?

Die Förderung kann von allen rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmern, Beamten, Richtern, Soldaten, Landwirten und deren Ehepartnern genutzt werden.

 

 

 

Schicht 3 – private Altersvorsorge. Hierzu gehören private Rentenversicherungen sowie Kapitalanlageprodukte.